Zum Weltfrauentag am 8. März erklärt die Bundestagsabgeordnete Dr. Anja Reinalter, Parlamentarische Geschäftsführerin und Mitglied im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
Ob im Handwerksbetrieb, im mittelständischen Unternehmen oder in der Pflege: Auch in unserer Region leisten Frauen jeden Tag einen enormen Beitrag – für die Wirtschaft, für Familien und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dennoch sind es noch immer häufig Frauen, die beruflich zurückstecken, weil die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht stimmen.
Der Weltfrauentag macht deutlich, dass Gleichstellung noch längst nicht erreicht ist. Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt weiterhin rund 16 Prozent weniger als Männer. Sie leisten deutlich mehr unbezahlte Sorgearbeit und sind in Führungspositionen, technischen Berufen und im Handwerk noch immer unterrepräsentiert. Rund die Hälfte aller Frauen arbeitet in Teilzeit.
Diese strukturellen Ungleichheiten verschärfen auch den Fachkräftemangel – den viele Betriebe und Einrichtungen auch in unserer Region spüren. Wenn Frauen mit Kindern so arbeiten könnten, wie sie möchten, könnten bundesweit bis zu 840.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzt werden.
Mehr Gleichstellung ist deshalb auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Faire Bezahlung, verlässliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und eine partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass Frauen ihre beruflichen Chancen besser nutzen können.
Der Weltfrauentag erinnert daran: Eine gerechte Gesellschaft entsteht nicht von allein. Sie braucht klare politische Entscheidungen – und faire Chancen für Frauen in Bildung, Ausbildung und Beruf.